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So stärken Sie Ihr Immunsystem

Das Immunsystem des menschlichen Körpers stellt das natürliche Abwehrsystem gegen Krankheitserreger aller Art dar, sowohl gegen körperfremde Mikroorganismen – Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten – als auch körpereigene Zellen, die Schaden genommen haben.
Während alle Lebewesen über eine angeborene Immunabwehr verfügen, die erregerunspezifisch ist, entwickelten die höheren Lebewesen im Laufe der Evolution auch noch eine adaptive oder spezifische Immunabwehr, in deren Rahmen Zellen in der Lage sind, spezifische Strukturen der Angreifer zu erkennen (Antigene) und gegen diese gezielt Antikörper zu entwickeln.
DAS IMMUNSYSTEM IM GLEICHGEWICHT
Die oberste Priorität liegt darin, das Gleichgewicht des Immunsystems aufrecht zu erhalten. Eine ungenügende Immunantwort wie Immunschwäche, Infektanfälligkeit gegenüber bakteriell, viral, parasitär verursachten Erkrankungen sowie Pilzinfektionen ist ebenso schlecht wie eine überschießende Immunantwort wie z.B. Überempfindlichkeit, Autoimmunerkrankungen und Allergie. Schließlich sind noch Immundefizite zu erwähnen, die durch medizinische Behandlungen wie Chemotherapie, Bestrahlung oder Einnahme immunsuppressiver Medikamente verursacht werden.

Ist das Immunsystem intakt, so spricht man von Immunkompetenz, deren Grundlagen hinlänglich bekannt sind: ausgewogene Ernährung, Stressvermeidung und ausreichend Schlaf sind deren tragende Säulen.
VITAMIN D
Positiv beeinflusst wird unser Immunsystem weiters durch Ausdauersport, v.a. wenn dieser in der Natur betrieben wird, was nicht zuletzt auf die Bildung von Vitamin D zurückzuführen ist: Vitamin D3, Cholecalciferol, kann durch die menschliche Haut aus Cholesterin synthetisiert werden, wenn sie der Sonne ausgesetzt ist und wird in der Leber in eine speicherfähige Form umgewandelt. Bei Bedarf wird es durch die Nieren wiederum in seine aktive Form verwandelt, heftet sich an Rezeptoren bestimmter Abwehrzellen und regt diese dazu an, das antibakteriell wirksame Cathelizidin zu bilden. Eine gute Nieren- und Leberfunktion sind somit unerlässlich für einen optimalen Vitamin-D-Status.

Der empfohlene Tagesbedarf liegt bei 5 bis 10 Mikrogramm (entspricht 200 bis 400 I.E.), in letzter Zeit gibt es immer mehr Studien, die die Relevanz dieses Vitamins für viele Funktionen im menschlichen Körper belegen und erblich höhere Dosierungen als empfehlenswert ansehen. In diesen Studien werden 50 i.E. pro kg Körpergewicht empfohlen.

Schon zu Zeiten unserer Großeltern war die Bedeutung von Vitamin D für das Immunsystem bekannt, und man machte sich diese durch Einnahme von Lebertran zunutze, Tuberkulosepatienten wurde ein tägliches Sonnenbad verordnet.

Die immunmodulierende Wirkung von Vitamin D dürfte in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen, wenn die zahlreichen Studien die stabilisierende Wirkung bei Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose, Psoriasis, Morbus Crohn und Diabetes Typ 1 absichern.
ASCORBINSÄURE
Obwohl natürlich seit Jahrhunderten als das klassische Mittel zur Stärkung des Immunsystems bekannt, muss auch die Ascorbinsäure als wasserlösliches Antioxidans hier erwähnt werden.

Mit einem empfohlenen Bedarf an 100 mg pro Tag kann ein gesunder Mensch durch bewusste Ernährung diesen leicht abdecken. Drei Kiwis oder ein grüner Paprika sollten dafür genügen. Interessant ist dabei, dass man davon ausgeht, dass Vorgänger der Primaten durchaus in der Lage gewesen sind, Vitamin C selbst zu synthetisieren, jedoch dürfte diese Fähigkeit durch eine Genmutation verloren gegangen sein.

Als wasserlösliche Substanz kommt die Ascorbinsäure in allen Zellen, im Blut und anderen Körperflüssigkeiten vor und schützt dort vor der Oxidation mit freien Radikalen. Durch ihren Oxidationsschutz verbleiben Folsäure und Vitamin E in ihrer aktiven Form.

Ein Mangel an Vitamin C äußert sich nicht nur durch Müdigkeit und Muskelschwäche – bedingt durch das Absinken des Carnitinspiegels –, sondern führt auch zu Störungen im Cholesterinabbau, zu einer verringerten Eisenaufnahme und ist im Hinblick auf arteriosklerotische Veränderungen wichtig. Vor allem die Produktion der stressabhängigen Hormone Adrenalin und Noradrenalin sind von Vitamin C abhängig wie auch die Synthese von Serotonin. Daraus ist zu erkennen, dass chronischer Stress ebenso zu einem Vitamin C-Mangel führen kann wie chronische Erkrankungen und zunehmendes Alter.

Nikotinkonsum verdoppelt den Abbau von Ascorbinsäure im Körper, aber auch die regelmäßige Einnahme verschiedenster Medikamente wie orale Kontrazeptiva (die Pille), ASS verschlechtert die Vitamin C-Konzentration im menschlichen Körper. Im Krankheitsfall steigt somit der Tagesbedarf auf 1.000 mg, bei massiven Infektionen oder Krebserkrankungen werden zum Teil weitaus höhere Mengen (bis zu 10g/Tag) verordnet.
ZINK
Eine dem Immunsystem zuträgliche Ernährung sollte v.a. auch einen genügend hohen Anteil an Mikronährstoffen wie Zink und Selen enthalten. Oft jedoch ist eine ausreichende Aufnahme dieser Spurenelemente durch die tägliche Ernährung bedingt durch Auslaugung der Böden, Monokulturen u.ä. nicht mehr gewährleistet, weshalb sich eine Ergänzung in Form von Mineralstoffpräparaten empfiehlt.

Gerade in der Steiermark lassen sich immer wieder Mängel an Zink, Selen, Jod und Magnesium beobachten. Natürlich hat auch eine hauptsächliche Ernährung durch Fertig gerichte oder eine unfachmännisch durchgeführte Diät aus denselben Gründen einen negativen Einfluss auf unsere Abwehr mechanismen.

In zahlreichen Untersuchungen wurde festgestellt, dass Zink für das Funktionieren des Immunsystems und eine normale Immunantwort essenziell ist. Ein Ungleichgewicht innerhalb des Immunsystems manifestiert sich in Form von Allergien, Autoimmunkrankheiten oder erhöhter Infektanfälligkeit. Natürliche Zinkquellen sind Leber, Austern, Fleisch, Käse und Haferflocken, jedoch wären zur Abdeckung des Tagesbedarfes an Zink, der bei 7 bis 10 mg liegt, 25 Esslöffel Haferflocken oder 290 g Tilsiter nötig.

Zink hemmt u.a. die Aktivität von Herpes und Rhinoviren, ist aber durch seine schleimhautabschwellende Wirkung bei Mittelohrentzündungen, Angina und Nebenhöhlenentzündungen als ergänzende Therapie empfohlen.

Neben der großen Bedeutung in der Stärkung des Immunsystems spielt Zink natürlich auch in der Dermatologie eine bedeutende Rolle. Zinksalben und -verbände werden ja schon seit langem zur Unterstützung der Wundheilung angewendet, bei Wundliegen oder offenen Geschwüren kann aber auch eine orale Zinkgabe förderlich sein. Ein indirekter Zusammenhang besteht auch zur verzögerten Wundheilung bei Diabetikern, die über den Urin sehr viel Zink ausscheiden und fast durchwegs einen Zinkmangel aufweisen. Die Insulinwirkung und die Stabilität von Insulin gegenüber Oxidationsprozessen ist von Zink abhängig. Weiters spielt Zink auch eine große Bedeutung in der Aknebehandlung sowie bei der Therapie von Haarausfall.

Abschließend sei noch erwähnt, dass ein Zinkverlust über die Nieren durch Einnahme von Diuretika unter Umständen für einen Zinkmangel verantwortlich sein kann und auch bei Langzeitbehandlung mit Arzneien aus der Gruppe der Thiazide, Schleifendiuretika und kaliumsparender Diuretika eine zusätzliche Einnahme von Zink empfehlenswert ist.
SELEN
Im 19. Jahrhundert war Selen eher gefürchtet als geschätzt, da teilweise sehr hohe Konzentrationen an Selen in den Böden immer wieder zu Vergiftungen führten. Erst in den letzten Jahren hat man sich wieder die Bedeutung dieses Spurenelementes bewusst gemacht.

Die tägliche Selenzufuhr sollte in einem Ausmaß von 30 bis 70 mg erfolgen, natürliche Quellen stellen Seefisch, Nüsse, Eier und Naturreis dar. So enthalten beispielsweise 100 g Thunfisch 130 mg Selen.

Selen ist für seine antioxidative Wirkung bekannt, da es ein Bestandteil des Enzyms Glutathionperoxidase ist. Hohe Konzentrationen dieses Enzyms findet man im Blut (rote Blutkörperchen, Phagozyten, Thrombozyten), in der Leber und in den Augen. Die Glutathionperoxidase dient als Zellschutzfaktor gegenüber aggressiven Sauerstoffformen. Deshalb ist es v.a. Rauchern anzuraten, auf einen ausreichenden Selenspiegel im Blut zu achten. Neuere Untersuchungen ergaben, dass Selen die Aktivität körpereigener Killerzellen anregt.

Weitere wichtige Zusammenhänge eines Selenmangels mit Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sowie einer Schilddrüsenunterfunktion seien ebenfalls erwähnt. Natürlich sind es nicht nur diese beiden Spurenelemente, die für ein intaktes Immunsystem verantwortlich sind. Auch Mangan, Molybdän, Silizium, Jod, Kupfer, Eisen und Lithium spielen in diesem komplexen System eine Rolle.

Toxische Metalle wie zum Beispiel Quecksilber und Blei wiederum verdrängen Mikronährstoffe von ihren Enzymstellen und führen zu Stoffwechselblockaden. Außerdem führen sie zur Bildung freier Radikale.
PROBIOTIKA – FÜR DIE MODULATION DES IMMUNSYSTEMS
Nicht uninteressant in diesem Zusammenhang ist auch, dass chronische Metallvergiftungen zu einer erhöhten Darmdurchlässigkeit führen. Dadurch gelangen Substanzen in die Blutbahn, die normalerweise im Darm zurückbleiben und führen zu immunologischen Reaktionen wie Allergien, Intoleranzen und Autoimmunreaktionen.

Hier kommen auch die in den letzten Jahren so populär gewordenen probiotischen Keime ins Spiel. Seit Jahren wirbt die Lebensmittelindustrie erfolgreich mit verschiedensten Produkten aus dieser Gruppe und stellt immer wieder deren Gesundheitsaspekt in den Fokus. Zu bedenken ist dabei jedoch, dass viele dieser nützlichen Bakte rien sehr säurelabil sind und bei der Magenpassage zu einem großen Teil dezimiert werden. Natürlich gibt es sehr wohl effiziente Präparate am Markt, in denen säurestabile Kulturen in einem genau abgestimmten Verhältnis vorliegen. Die wichtigsten dieser Keime sind Lactobacillus acidophilus, Bifidobacterium lactis, Lactobacillus salivarius, Lactobacillus casei, Bifidobacterium bifidum und Streptococcus thermophilus.

Probiotika bewirken eine Steigerung der Darmaktivität, verbessern Resorption und Verdauung (z.B. auch von Laktose), reduzieren die Verweildauer im Darm, stärken die Barrierefunktion der Darmwand und sind wichtig für die Modulation des Immunsystems.

Somit liegen auch die zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten solcher Präparate auf der Hand: Sie dienen der Darmsanierung und -reinigung, sind unterstützend wirksam bei Durchfällen und Verdauungsbeschwerden. Gesundheitsfördernde Bakterien vermehren sich, es kommt zu einer Reduktion des Risikos einer allergischen Sensibilisierung und zur Stärkung der Immunabwehr.

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